Zum Inhalt springen

21. September 2026IPAI Spaces Heilbronn · Alan-Turing-Raum

🚀"Talk to the Bot - but make it count: KI souverän für den Arbeitsmarkt nutzen"| Veranstaltung im IPAI SPACES

Prompts und Co. für Talk to the Bot - but make it count: KI souverän für den Arbeitsmarkt nutzen

Über 100 Anmeldungen, ein bis auf den letzten Platz belegter Raum und am Ende über 35 Teilnehmerinnen. Am 23. September 2026 habe ich in den IPAI Spaces Heilbronn den Workshop "Talk to the Bot, but make it count" geleitet, eine Kooperation der Agentur für Arbeit Heilbronn, der Kontaktstelle Frau und Beruf Heilbronn-Franken und der IPAI Foundation.

Die Resonanz hat mich nicht überrascht, sie hat mich bestätigt. KI-Kompetenz wird zur Schlüsselkompetenz für den Arbeitsmarkt, und Frauen müssen von Anfang an daran teilhaben. Genau darum geht es mir in meiner Arbeit als Expertin für KI-Governance, KI-Ethik und die Operationalisierung des EU AI Act, nicht nur um Technik, sondern um Zugang, Verständnis und echte Handlungsfähigkeit.

Was wirklich hinter den Kulissen der Algorithmen steckt

Zum Einstieg habe ich das "Chinesische Zimmer" von John Searle aufgegriffen. Es reicht nicht, ein KI-System einfach zur Verfügung zu haben, man muss verstehen, wie es im Kern funktioniert, um es wirklich sicher zu nutzen. Gemeinsam mit den Teilnehmerinnen habe ich deshalb entzaubert, was KI eigentlich ist, im Kern ein sehr guter, aber eben kein denkender Legokasten aus Wahrscheinlichkeiten.

Bias live erlebbar gemacht

Ein zentraler Programmpunkt war Bias in KI-Systemen, direkt mit Bezug zum Arbeitsmarkt. Warum liefert eine KI beim Prompt "Erstelle mir ein Bild einer Führungskraft" fast immer denselben Bildtyp? Wer wird gezeigt, wenn nach einer Reinigungskraft gefragt wird? Solche Fragen haben wir gemeinsam durchgespielt, weil Klischees und Vorurteile sich in Trainingsdaten festsetzen und ohne kritisches Hinterfragen einfach reproduziert werden.

Reflektiertes Prompting als Werkzeug

Aus der Bias-Analyse folgt fast zwangsläufig die nächste Frage, wie man dem entgegensteuert. Dafür habe ich das 5+1-Dimensionen-Framework für inklusives Prompting vorgestellt, Rolle, Kontext, Aufgabe, Format und Einschränkungen, ergänzt um optionale Beispiele. Wer der KI aktiv vorgibt, unterschiedliche Perspektiven mitzudenken, Gender-Bias zu umgehen und in verständlicher, barrierefreier Sprache zu antworten, bekommt spürbar bessere und fairere Ergebnisse.

Der eigene KI-Coach

Im letzten Teil ist aus der Theorie Praxis geworden. Es konnten alle Prompts, Bausteine und auch der gesamtprompt getestet und für sich selbst angepasst werden. SO wurde schritt für schritt die KI zum persönlichenCoach für Bewerbung, Karriereplanung oder Weiterbildung.

Ein Anfang, kein Schlusspunkt

Mein Dank gilt Elena Reinecker und Claudia Pfähler von der Agentur für Arbeit Heilbronn sowie Sirid Böhm und Sophie Heinz von der IPAI Foundation für die großartige Zusammenarbeit und die Ermöglichung dieses Formats. Die Nachfrage und das Feedback zeigen deutlich, dass es genau solche Angebote braucht, wenn wir über Future Skills, Chancengleichheit und Fachkräftesicherung in der Region Heilbronn-Franken sprechen. Für mich steht fest, das war kein einmaliges Format. Ich freue mich auf die Fortsetzung.